SEGMENTMASSAGE

 

Massage ist eines der ältesten Heilmittel der Welt. Etwa 3000 Jahre v. Chr. wurde die Massage durchgeführt, um Wirkungen auf die Haut, die Nerven und das Allgemeinbefinden zu erzielen. Von China nach Europa gelangt, entwickelte sie sich auf unterschiedlichen Stufen, bis um die Jahrhundertwende der Schwede Hendrik Ling die heute unter dem Namen "klassische Massage" bekannte Methode verbreitete und ihr zu wissenschaftlichen Ruf verhalf. Unabhängig davon wurde die Reflexzonenmassage, ehemals eine Nebenform der alten chinesischen Akupunktur, mit ihren verschiedenen Techniken erarbeitet und bekannt.

 

Hier einige Beispiele:
Cornelius befaßte sich um 1910 mit Nervenpunktmassage, Barcewski fand reizauslösende und reizwiedergebende Punkte, Puttkammer vibrierte und friktionierte diese Punkte. Ungefähr 20 Jahre später ermittelten Schade und Müller die reflektorische Beziehung von gewissen Hartspannerscheinungen in der Muskulatur zu den Organen. Möller und Winkler begründeten die Sympathikusmassage, Ruhmann ein paar Jahre später die Tastmassage. Vogler und Kraus entdeckten bei Visceralerkrankungen Eindellungen am Periost, die organbezogen erschienen, woraufhin sie die Periostmassage entwickelten. Dicke entdeckte die Bindegewebsmassage, die von Kohlrausch und Teirich-Leube wissenschaftlich bestätigt wurde.

Während sich die bisher beschriebenen Reflexzonenmassagetechniken immer nur mit einer Schicht der Körperdecke bzw. mit der Knochenhaut befassen, werden bei der Segmentmassage, als deren Begründer Gläser und Dalicho gelten, grundsätzlich alle Schichten der Körperdecke beachtet. Dadurch werden alle reflektorischen und algetischen Krankheitszeichen erfasst und mit speziellen Griffen behandelt. Es wird nach dem Sicht- und Tastbefund vorgegangen und auf die Dosierung großer Wert gelegt. Die Vorteile dieses Vorgehens sind kürzere Behandlungszeiten, eine geringere Anzahl von Massageanwendungen und größtmögliche eigene Schonung. Die Segmentmassage ist also eine sehr gezielte manuelle Reflexzonentherapie

Indikationen der Segmentmassage

Die Indikationen der SGM ergeben sich aus den anatomischen, physiologischen und neuro-physiologischen Vorbetrachtungen. Daher seien hier die wesentlichen Anwendungsbereiche genannt, nicht einzelne Krankheitsbilder.

 

Lokalerkrankung des Gewebes

wie Stoffwechselstörungen,

Störungen der Abwehraufgaben,

Störungen durch mechanische Überlastung

Funktionelle Erkrankungen innerer Organe

prophylaktisch oder zur Rehabilitation; nie akute Geschehen, eher chronische

verschiedene Arten von Durchblutungsstörungen

prophylaktisch oder kurativ; arterielle und venöse

Myalgische Syndrome

Formen des Muskelrheumatismus in LWS / HWS

Allgem. Umstimmung des VN

(vegetativen Nervensystems)

bei vegetativen Dystonien.

 

Bei folgenden Erkrankungen des Bewegungsapparates kann die Segmentmassage erfolgreich angewandt werden:

 

§  Nachbehandlungen im Zuge orthopädischer Operationen

§  Posttraumatischer Störungen, Kontrakturen

§  das Sudecksyndrom (abnorme Gelenksstellungen)

§  die Arthrosis Deformis (Koxarthrose, Gonarthrose)

§  Reizgelenke (nach Abklingen der akut exudativ entzündlichen Phase)

§  die Periarthropathia, Humeroscapularis

§  die Frozenshoulder

§  Epikondylitiden

§  statische Fußbeschwerden

§  Überlastungsmyalgien

§  pseudoradikuläre Syndrome

§  Lumbal- und Cervical Syndrome

§  postischialgische Durchblutungsstörungen

 

 Neurologische Gefäßerkrankungen und segmentalreflektorische beeinflussbare Organstörungen wurden in der Liste nicht berücksichtigt Arzt !!!

 

 Kontraindikationen der Segmentmassage

 Die Kontraindikationen der SGM sind praktisch deckungsgleich mit denen der klassischen Massage.

  • Entzündliche Prozesse
  • Fieberhafte Erkrankungen
  • Frische Verletzungen
  • Systemische oder lokale Infektionskrankheiten
  • Hauterkrankungen
  • Venenerkrankungen
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Blutungen / Blutungsneigung
  • Pulsierende Geschwülste
  • Malige Tumore / Metastasierung
  • Lähmungszustände (mit gewissen Ausnahmen = Arzt )
  • Schwangerschaft (mit gewissen Ausnahmen = Arzt )
  • Noch unklare Erkrankungen

 Entzündliche Erkrankungen (mit einigen Ausnahmen = Arzt )

 

·         Hat eventuell eine Verschlechterung des Zustandes zur Folge – „Anheizen“ des entzündlichen Prozesses

·         Keine Massage an dem jeweiligen, betroffenen Körperabschnitt. Bei beeinträchtigtem Allgemeinbefinden keine Ganzkörperbehandlung

o   Gelenksentzündungen

o   Lymphgefäßentzündungen

o   Venenentzündung

o   Muskelentzündung

o   Darmentzündung

o   Lungenentzündung

o   Schleimbeutelentzündung

o   Sehnenscheidenentzündung

o   Furunkel

o   Phlegmonen

o   Erysipl

o   Knochenentzündung

 

Fieberhafte Erkrankungen

 

·         Eventuell Ausweitung des fieberhaften Prozesses ( Verbreitung der Bakterien, Toxine, geschwächte Abwehrlage)

·         Weder Teil- noch Ganzkörperbehandlung

o   z.B. Grippe

o   Angina tonsillaris

o   Erkältung

o   „andere Infekte“

 

Frische Verletzungen

 

·         Erst nach Abheilung ! bzw. nach Abnahme des Verbandes – bei leichteren Verletzungen nach Abklingen der Akuterscheinungen

·         Keine Anwendung an der betroffenen Extremität. Eine Massage an der gesunden Extremität ist möglich.

o   z.B.: Knochenbruch

o   Bänderverletzungen

o   Muskelverletzungen

o   Luxationen

o   Gelenksergüsse

o   Zerrungen

o   Prellungen

o   Stauchungen

o   Hämatome

 

Infektionskrankheiten

Infektionsgefahr ! Eine Verschlechterung des Zustandes durch eine Ausweitung des Prozesses ist möglich.

Weder Teil- noch Ganzkörperbehandlungen

 

Hauterkrankungen

 

·         Hygienische Erwägungen, etc. Infektionsgefahr, Ausweiterungsgefahr.

·         Eine Massageanwendung an nicht betroffenen Körperteilen ist möglich.

o        z.B. Psoriasis

o        Neurodermitis

o        Pilzerkrankungen

o        Kontaktekzeme etc.

 

Venenerkrankungen

·         Gefahr der Verletzung der Venenwand, Gefahr der Blutung, Gefahr der Embolie

·         Keine Massageanwendung an der betroffenen Extremität

o        z.B. Krampfadern

o        Thrombophlebitis (Venenentzündung)

o        Varicophlebitis

o        Tiefe Beinvenenthrombose usw.

 

Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

·         Gefahr der Herzüberbelastung

·         Im allgemeinen Verbot jeglicher Massageanwendung. Massage nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

o        Zustand nach Herzinfarkt (nur nach Rücksprache mit dem Arzt)

o        Herzinsuffizienz (Stat. III-IV)

o        Schwere Herzrhythmusstörungen

 

Blutungen / Blutungsneigung / Blutungsgefahr

 

·         Gefahr der Verstärkung bereits bestehender Blutungen bzw. Auslösung einer frischen Blutung, Gefäßrupturierung bzw. Neubildung eines Hämatoms.

·         Keine Teil- bzw. Ganzkörperbehandlung bzw. keine Massage am betroffenen Körperabschnitt. Bei Aneurysmen Rücksprache mit dem Arzt.

o        Äußere und innere Blutungen

o        Hämophilie

o        Marcumar Patienten etc.

o        Pulsierende Geschwülste

o        Frische Hämatome

o        Aneurysmen usw.

 

                Malige Tumore / Metastasierung

 

·         Eventuell Beschleunigung der Metastasierung durch Verbreitung der Tumorzellen auf dem Blut- bzw. Lymphwege.

·         Verbot jeglicher Massageanwendungen

 

 Lähmungszustände

 

·                     Generell: Nur nach Rücksprache mit einem Arzt

·                     Spastische Lähmung:

o   Eventuell Zunahme der Spastizität (Vorsicht! Kein Schlagen und Kneten, besser andere Techniken, z.B. Bobath usw.)

 

·                     Schlaffe Lähmung

o        Nach Absprache mit dem Arzt – individuelles Vorgehen.

o        Am gesunden Körperabschnitt ist eine Massage möglich